Martha am 11. Mai 2010
Viele Pferdebesitzer mit übergewichtigen Pferden oder Tieren mit EMS, ECS bzw. Hufrehe stehen im Sommer vor dem Problem des Weidemanagements. Einerseits ist die Integration in die Herde von großer Bedeutung, andererseits eine Verkürzung der Futterzeiten auf Gras enorm wichtig. Wer seinen Liebling nicht isoliert von den anderen auf einen Sandpaddock stellen möchte, hat die Möglichkeit sein Pferd an einen Weide-Maulkorb zu gewöhnen. Mit dieser Fressbremse ist es dem Tier möglich, mit der Herde mitzugehen und Gras in stark reduzierter Menge aufzunehmen.
Ich stand dieser Form der Futterregulierung am Anfang sehr skeptisch gegenüber. Sowohl hinsichtlich der Sicherheit als auch in Bezug auf die praktische Funktionalität hegte ich große Bedenken. Da jedoch eins meiner Pferde mit EMS sowie Rehe erkrankte und ich nicht auf den Sozialkontakt der Herde verzichten wollte, waren wir gezwungen, eine Fressbremse auszuprobieren – eine im Nachhinein als sehr gut zu bewertende Alternative zum Sandpaddock! Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gelang es meiner Stute recht geschickt, einzelne Halme durch den Maulkorb zu knabbern. Mittlerweile ist es für sie zur Normalität geworden, nur ca. 2-3 Stunden ohne Fressbremse auf der Weide zu stehen und die restliche Zeit über den Maulkorb zu tragen.
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Martha am 8. April 2010
Die Akupunktur ist eine der ältesten chinesischen Heilmethoden. Der Begriff setzt sich aus “acus” (latein. “Nadel”) und “punctio” (latein. “Stechen”) zusammen. Im Rahmen dieses Therapieverfahrens wird die Haut mit feinen Nadeln durchstochen – jedoch nicht an willkürlichen Stellen, sondern an den sog. Akupunkturpunkten. Diese Punkte liegen auf den Meridianen (= Bahnen, in denen Qi [Lebensenergie] fließt). Jedem Akupunkturpunkt kann eine ganz spezifische Funktion bzw. ein Organ zugeordnet werden. Durch Stimulation dieser Stellen mittels Nadeln, Wärme (“Moxibustion) und mittlerweile auch Injektionen, Ultraschall, Laserlicht, Magneten usw. wird versucht, das Gleichgewicht zwischen Körper und seinem inneren Zustand sowie der äußeren Umstände wiederherzustellen, indem der Fluss des Qi positiv beeinflusst wird.
Bisher ist die Wirksamkeit von Akupunktur-Behandlungen wissenschaftlich noch nicht belegt.
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Martha am 14. Februar 2010
V.a. mangelnde Bewegung und falsche Ernährung des Pferdes können zu der Wohlstandskrankheit “EMS” führen. Ihre Pathogenese ist letztlich noch nicht ausreichend erforscht. Leistungsverlust und Fetteinlagerungen an Hals, Schulter, Kruppe und beim männlichen Pferde am Präputiom sind erste Anzeichen für diese Erkrankung. Häufig tritt rezividierende Hufrehe auf.
Normalerweise werden mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate im Zuge der Verdauungsvorgänge in Glukose umgewandelt, die über die Darmzotten in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel, worauf die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin reagiert. Dieses körpereigene Hormon bewirkt, dass die Zellen der Muskulatur und der Leber die Glukose aus dem Blut aufnehmen und in Form von Glykogen (= Energie) festlegen. Auch im Fettgewebe kann Zucker nach Umwandlung zu Fett gespeichert werden. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder auf das normale Niveau herab – das System ist im Gleichgewicht. Benötigt der Körper Energie, so wird diese durch die Ausschüttung des Hormons Glukagon aus der Bauchspeicheldrüse verfügbar gemacht, indem die angelegten Depots aufgebraucht werden.
Bei einer Überernährung mit einhergehendem Bewegungsmangel kommt es zur Adipositas und Insulinresistenz. Obwohl die Zellen gesättigt sind, werden weiterhin Kohlenhydrate aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel steigt wieder an und es muss ebenso weiterhin Insulin von der Bauchspeicheldrüse zur Senkung produziert werden. Da die Depots der Muskel-, Leber- und Fettzellen gefüllt sind, bleibt nur die Bildung neuer Fettdepots, um den Zucker zu verarbeiten – es kommt zum Übergewicht. Im weiteren Verlauf reicht die Insulinproduktion jedoch nicht mehr aus und der Blutzuckerspiegel bleibt trotz neu gebildeter Fettdepots erhöht. Vermutlich auch die im Fettgewebe gebildeten Stoffe fördern die Hemmung der Insulinaktivität an den Muskel- und Leberzellen. Da die Glukose durch die unzureichende Reaktion dieser Zellen auf das Insulin (“Insulinsresistenz”) nicht mehr in die Zellen eingebaut werden kann, kommt es zu einem dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel. Es entsteht Diabetes mellitus Typ II, der nicht mit Typ I (zu geringe Insulinproduktion) verwechselt werden darf.
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