Monatsarchiv für März 2009

Wie wird man Tierheilpraktiker/ in?

Martha am 17. März 2009

Im Gegensatz zum Humanheilpraktiker, der eine staatlich geregelte, einheitliche Ausbildung genießt und am Ende vor dem Gesundheitsamt seine Prüfung ablegt, um seinen Beruf ausüben zu können, ist der Weg zum Tierheilpraktiker nicht so einfach überschaubar. Prinzipiell ist es sogar möglich, dass sich jemand THP nennt, ohne jemals irgendwelche Erkenntnisse auf diesem Gebiet erworben zu haben!

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Schulen, die hauptsächlich als Fernstudium ausgerichtete Ausbildungen zum THP anbieten. Da es keinerlei staatliche Regelungen gibt, variieren sowohl Inhalte, Dauer als auch Kosten stark von Einrichtung zu Einrichtung. Es ist zwar möglich, staatlich zugelassene Fernlehrgänge zum THP zu belegen – diese staatliche Zulassung bezieht sich jedoch nur auf die Form der Ausbildung (nämlich den Fernunterricht) und nicht auf den Ausbildungsinhalt und -umfang des Fernstudiums. Weder die Diplome bzw. Zertifikate dieser staatlich zugelassenen Fernlehrgänge noch die Bildungsnachweise anderer Schulen sind staatlich anerkannt, da der Beruf des THP’s an sich nicht anerkannt ist.

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Hilfe, mein Pferd hustet!

Martha am 13. März 2009

Viele Pferdebesitzer und Reiter sind mit dem Problem schon in Berührung gekommen. In Deutschland leiden jedes Jahr ca. 25 % der Pferde an Erkrankungen der Atemwege. Trotz der weiten Verbreitung dieses Phänomens sind die Therapieerfolge meist nur dürftig. Neben Lahmheiten und Koliken sind (v.a. chronische) Hustenerkrankungen die Hauptursache für Euthanasie bzw. Schlachtung von Pferden.

Es muss zwischen akuten und chronischen Atemwegserkrankungen unterschieden werden. Die akuten und ansteckenden (!) Erkrankungen werden durch Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen sowie Parasiten ausgelöst und können (v.a. im Zusammenhang mit Haltungsmängeln) in eine chronische Form übergehen. Diese langandauernden, chronischen Erkrankungen wiederum sind auf Fehler in der Unterbringung, Fütterung und Bewegung zurückzuführen.

Egal ob akute oder chronische Erkankung: Vor allem bei Fieber, vermehrtem (ggf. milchigem, gelb bis grünlichem) zähem Nasenausfluss und starkem, krampfartigem Husten mit Schleimauswurf muss umgehend der Tierarzt herangezogen werden, damit eine meist rasch einsetzende Verschlimmerung verhindert werden kann. Naturheilverfahren sind in diesem Falle nur als therapiebegleitendes Mittel zur Unterstützung heranzuziehen, da aus medizinischen und tierschutzrechtlichen Gründen prompt einsetzende Wirkungen erzielt werden müssen, die nur mit schulmedizinischen Medikamenten realisiert werden können.

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Gesellschaftliche Akzeptanz?

Martha am 9. März 2009

Der Beruf des Tierheilpraktikers erfreut sich seit vielen Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit. Doch gerade die unübersichtliche Ausbildungssituation und das Fehlen einer staatlichen Zulassung tragen nicht zur Seriosität des Berufes bei. Zu Recht übt Colin Goldner (Wissenschaftsjournalist und Tierrechtler) in seiner Untersuchung „Vorsicht Tierheilpraktiker! Alternativveterinäre Diagnose- und Behandlungsverfahren” (2006) über die alternative Tierheilkunde Kritik. Mit dem Ziel, die Scharlatanerie in dieser Zunft zu beseitigen, setzen sich zu wenige verantwortungsbewusste Mitglieder der Berufsverbände für konforme und transparente Ausbildungsverhältnisse und Berufsordnungen ein. Nichtsdestotrotz existieren neben den „Quacksalbern” auch gut ausgebildete, kompetente Tierheilpraktiker, mit denen mittlerweile viele Tierärzte gut zusammenarbeiten. Seit einiger Zeit ist im Veterinärbereich ein Umdenken zu beobachten – weg von skeptischer Nichtakzeptanz, hin zu einander ergänzender Arbeit Hand in Hand.

Auch die Öffentlichkeit reagiert auf den positiven Trend. In einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlichen mit zunehmendem Erfolg neben Veterinären nun auch Tierheilpraktiker Artikel und Kolumnen. Auch im Fernsehen greifen immer mehr Sendungen (z.B. „Tiere suchen ein Zuhause” oder „Herrchen gesucht”) auf Tierheilpraktiker als Ratgeber zurück. Im großen und ganzen ist eine wachsende gesellschaftliche Akzeptanz zu spüren.

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