Chronische Hustenerkrankung beim Pferd
Martha am 3. April 2009
Ca. 10 % aller Pferde in Deutschland leiden an chronischen Erkrankungen der Atemwege. Diese werden v.a. durch Haltungsfehler verursacht. Viel zu oft findet man Pferde vor, die in viel zu staubigen, schlecht durchlüfteten Ställen mit zu hoher Luftfeuchte (sollte bei 60-75 % liegen) und hohem Keimgehalt (Viren, Bakterien, Pilze) untergebracht sind. Hinzu kommt, dass diesen Pferden der tägliche Koppelgang mit reichlich Sozialkontakten sowie Eindrücken an frischer Luft verwehrt wird und man ihnen nur in staubigen Reithallen oder auf Reitplätzen Bewegung und Abwechslung verschafft. Auch die Qualität der Futtermittel lässt oft zu wünschen übrig: allzu häufig wird staubiges und teilweise sogar angeschimmeltes Heu verfüttert. Auch beim Stroh wird oft nicht auf Qualität geachtet. So ist es nicht verwunderlich, dass Allergien (teilweise gegen Pilzsporen, die auch in qualitativ hochwertigem Heu ganz natürlich auftreten) in großem Maße auftreten und Husten verursachen. Diese Allergien sollten jedoch nicht mit Überreaktionen auf z.B. Pollen verwechselt werden!
Meine persönlichen Erfahrungen:
Auch meine Stute ist von einem chronischen Hustenleiden betroffen. Da sie beim Vorbesitzer unter sehr schlechten Bedingungen gehalten wurde, konnte ich sie mit deutlicher Lungenüberdehnung und in einem sehr schlechten Allgemeinzustand erretten. Die Haltungsänderung, die sie dadurch erfuhr, schlug sich beinahe sofort nieder: durch regelmäßigen und im Sommer auch nächtlichen Weidegang mit Schutzhütte, Verfütterung von qualitativ hochwertigem, eingeweichtem Heu und Spezialfutter mit einer Kräutermischung aus Fenchel, Anis, Süßholz, Spitzwegerich, Thymian, Eukalyptusblättern, Schwarzkümmelkuchen und -öl, Einstreu der Offenbox mit staubarmer Späne im Winter sowie leichte aber regelmäßige Bewegung konnte ich den Husten vollständig therapieren. Mittlerweile wird sie im März 26 Jahre alt und erfreut sich gesund und munter ihres Lebensabends.
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