Weidesaison eröffnet – Gefahr für Fütterungsrehe!
Martha am 11. April 2009
Besitzer von Rehe-Pferden kennen es alle: das Gras sprießt und das geliebte Ross geht lahm. Oder der kleine übergewichtige Liebling geht auf wie ein Hefekloß. Gefahr durch Fütterungsrehe ist in Verzug! Doch wie kommt es dazu?
Trotz vielfältiger Forschung ist man sich immer noch nicht über die Pathogenese der Pododermatitis aseptica diffusa (Hufrehe) einig. Einige machen zu große Mengen an Eiweiß der kräftig wachsenden Grashalme, die nicht ausreichend über die Leber ausgeschieden werden können, für einen Reheschub verantwortlich. Andere sehen die Kohlenhydrate (v.a. Fruktan), die bei übermäßiger Aufnahme nicht mehr genügend im Dünndarm resorbiert werden können, somit in den Dick- sowie Blinddarm gelangen und die Darmflora stören, als Grund. Beide Ursachen scheinen plausibel: Sowohl die Zersetzungsprodukte des Eiweißes als auch die durch die Darmübersäuerung getöteten Darmbakterien gelangen als Toxine in den Blutkreislauf und lösen einen Reheschub aus.
Für betroffene Pferde ist das richtige Weidenmanagement enorm wichtig! Die Zeiten des Weidegangs sollte man der Energieproduktion des Grases anpassen. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne nach einer kühlen Nacht auf die Halme scheint, läuft diese auf Hochtouren. Diese Phase sollte gemieden werden, da vermehrt Photosynthese betrieben wird und Eiweiß sowie Kohlenhydrate in der Pflanze festgelegt werden. Bewölkter Himmel und Dunkelheit hingegen sind ideal, um rehegefährdete Pferde auf der Weide grasen zu lassen.
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