Martha am 16. November 2009
Die Maul- und Flossenfäule (auch Columaris-Erkrankung oder “saddleback disease”) ist eine bakterielle Infektion der Haut und/oder der Kiemen. Sie wird im Süßwasser durch Flexibacter columnaris ausgelöst. Im Meerwasser ist das Bakterium Flexibacter maritimus als Verursacher dieser Krankheit bekannt. Meist werden geschwächte Tiere befallen und zeigen typische Gewebezerstörungen v.a. an den Flossen, die ausfransen und oft weiße Ränder aufweisen. Läsionen treten weiterhin bevorzugt auf der Haut von Kopf und Rücken auf, die von einem grau-weißen Belag (“Schimmel”) überzogen werden, sich rasch ausweiten und bis tief in die Muskulatur reichende Geschwüre bilden. Auch die Kiemen werden befallen, was sich durch diffuse Schwellungen und reichlich orange-weiße Schleimbildung über dem nekrotischen Gewebe äußert. Grund für das Auftreten der Infektion ist hauptsächlich eine unzureichende Wasserpflege.
Die Behandlung der Maul- und Flossenfäule ist schwierig. Wichtigster Schritt dabei ist die Verbesserung der Wasserqualität. Die Anwendung von Antibiotika ist meist nur im Anfangsstadium erfolgreich und kann im späteren Verlauf der Krankheit sogar Verschlechterungen hervorrufen. Eine leichte Besserung durch die Entfernung des Schleims mit den darin enthaltenen Bakterien kann durch desinfizierende Bäder (mit Kaliumpermanganat oder Kochsalz) erzielt werden.
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Martha am 27. Juli 2009
Bei einem kontinuierlichem Auftreten von weißen Pünktchen auf der Körperoberfläche von Fischen handelt es sich meist um Ektoparasiten.
Als häufigste Ursache kommt im Süßwasser der Erreger der Ichthyophthiriose (Weißpünktchenkrankheit) in Frage: Ichthyophthirius multifiliis. Befallene Fische zeigen weiße, stecknadelkopfgroße (ca. 1,5 mm große) Punkte am gesamten Körper, Atemnot, Flossenklemmen und Scheuern an Gegenständen. Innerhalb kürzester Zeit breitet sich die Krankheit aus und kann zu einer hohen Todesrate führen. Im Meerwasser wird diese Krankheit durch Cryptocaryon irritans (Weißfleckenkrankheit) ausgelöst.
Ein anderer häufig auftretender Parasitenbefall wird durch Oodinium pillularis ausgelöst (Samtkrankheit). Zu den Symptomen gehören kleine (ca. 0,3 mm große) Pünktchen, die oft als weiß-gelber Belag erscheinen, Flossenklemmen, Scheuern an Gegenständen und Abmagerung trotz Futteraufnahme. Befallene Fische weisen oft einen perlartigen Glanz an der Körperoberfläche auf, wodurch der Name der Krankheit entstanden ist. Im Meerwasser wird diese Erkrankung durch Amyloodinium ocellatum (Ocellatum-Krankheit) verursacht.
Therapiemöglichkeiten: großer Wasserwechsel, Temperaturerhöhung auf ca. 30 °C, gute Belüftung, Salzwasserbad bei Süßwasserfischen bzw. Süßwasserbad bei Salzwasserfischen (Dauer ca. 15 Min.), Formalin- oder Metronidazolkurzbäder, “FMC” (Formalin, Malachitgrün, Methylenblau), Trypaflavinbäder (Akriflavine), Heilmittelanwendung im Aquarium usw.
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Martha am 22. April 2009
Auf diese Frage gibt es eine einfache Antwort: ja, manche Fischarten können im Wasser ersticken.
Normalerweise atmen Fische über Kiemen und entnehmen so den lebensnotwendigen Sauerstoff aus dem Wasser. Bei den Labyrinthfischen (Ananbantoidei) hingegen reicht diese Atmung nicht aus. Sie sind an sauerstoffarme Gewässer angepasst und müssen aufgrund ihrer anatomischen Spezialisierung zusätzlich Luft-Sauerstoff atmen, um überleben zu können. Bei ihnen ist das sogenannte ”Labyrinthorgan” ausgebildet, dass sich aus Teilen der Kiemenbögen entwickelt und als labyrinthartige Knochenplatte mit respiratorischer Schleimhaut überzogen ist (genau wie die umgebende Kiemenhöhle ["Labyrinthhöhle"]). Durch diese knöcherne Stütze ist es unmöglich, dass das Organ wie die Blättchen der Kiemen an der Luft kollabiert. Die blutgefäßreiche Schleimhaut gewährleistet die ausreichende Sauerstoffversorgung.
Auch einige Arten der Lungenfische (Dipnoi) sind auf die Atmung von Luft-Sauerstoff angewiesen. Sie verfügen neben den Kiemen über eine einfach gebaute Lunge, die sich am Darm befindet und homolog zur Schwimmblase entwickelt ist. Zum Beispiel weist der bis zu 1,5 m lange Australische Lungenfisch einen Lungenflügel auf, der oberhalb des Darms liegt. Die südamerikanischen und afrikanischen Arten hingegen besitzen zwei Lungenflügel, während die inneren Kiemen bei ihnen stark zurückgebildet sind.
Cave: Einige Fischarten (wie z.B. Labyrinth- und Lungenfische) müssen Luft atmen, um überleben zu können!
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