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Ist Körnerfutter für Kaninchen gesund?

Martha am 7. April 2009

In der freien Natur fressen Kaninchen v.a. rohfaser- und zellulosereiches Futter wie Gräser und Kräuter. Getreidekörner, die sehr viel Stärke enthalten, stehen sowohl zeitlich als auch räumlich erreichbar nur sehr begrenzt zur Verfügung.

Die sehr bunt und marketingtechnisch sehr ansprechend aufgemachten Verpackungen der Körnersnacks werden von vielen verschiedenen Firmen angeboten und genießen einen hohen Absatz. Man sollte jedoch sehr genau den Inhalt des angepriesenen Produktes prüfen, bevor man sich dazu hinreißen lässt, seinem kleinen Liebling ein kulinarisches Fest zu bereiten! Meist hat man es mit völlig naturfremden Futtermitteln zu tun, die Kaninchen entweder überhaupt nicht benötigen oder aber in diesen Konzentrationen gar nicht verarbeiten können. Im Gegenteil: Trotzdem sich die Tiere genüsslich auf das Futter stürzen, hat man ihnen eher geschadet als das man sie verwöhnt hat. CAVE: hohe Futterakzeptanz seitens der Tiere ist nicht gleichzusetzen mit gesunder Fütterung!

Häufige Inhaltsstoffe der Körnermischungen:

  • Zucker, Mehl, Maisklee, Zuckerrohrmelasse, verschiedene Getreidearten, Bäckereinebenerzeugniss und Honig beeinflussen die sensible Darmflora ungünstig.
  • Saaten, gehackte Nüsse, Joghurtpulver, Milcherzeugnisse, Eier und anderes tierisches Eiweiß sind sehr schwer verdaulich und stehen nicht auf der natürlichen Speisekarte von Kaninchen.
  • pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse kann man gar nicht definieren und gehören ebensowenig zu einer artgerechten Kaninchenernährung.

Kaninchen können eine zellulosearme und dafür stärkereiche Ernährung anfänglich kompensieren, da ihr Verdauungsapparat in der Lage ist, zellulosehaltiges Material aus dem Grimmdarm wieder in den Blinddarm zurückzutransportieren und aufzuschließen. Später bekommen sie  folgende Probleme:

  • Übergewicht –> Bewegungsunlust –> Ballenabszesse –> Erkrankungen des  Herz-Kreislauf- Systems
  • mangelnder Zahnabrieb, da die Körner nur zerquetscht werden –> zu lange Zähne, die in die Schleimhaut oder Zunge spießen und Schmerzen verursachen
  • Kalziummangel –> Fehlstellungen der Zähne
  • Kalziumüberversorgung durch Pellets aus Luzerneheu, Möhren- oder Petersilienkraut –> Harngries, Nierensteine, Blasensteine
  • Durchfall
  • Fehlgärungen im Blinddarm –> Trommelsucht

Fazit: Die gesunde Grundnahrung für Kaninchen besteht aus qualitativ hochwertigem Heu oder Wiesengras, das immer angeboten und mit Gaben an nicht blähendem Frischfutter ergänzt werden sollte.

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