Martha am 14. Februar 2010
V.a. mangelnde Bewegung und falsche Ernährung des Pferdes können zu der Wohlstandskrankheit “EMS” führen. Ihre Pathogenese ist letztlich noch nicht ausreichend erforscht. Leistungsverlust und Fetteinlagerungen an Hals, Schulter, Kruppe und beim männlichen Pferde am Präputiom sind erste Anzeichen für diese Erkrankung. Häufig tritt rezividierende Hufrehe auf.
Normalerweise werden mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate im Zuge der Verdauungsvorgänge in Glukose umgewandelt, die über die Darmzotten in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel, worauf die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin reagiert. Dieses körpereigene Hormon bewirkt, dass die Zellen der Muskulatur und der Leber die Glukose aus dem Blut aufnehmen und in Form von Glykogen (= Energie) festlegen. Auch im Fettgewebe kann Zucker nach Umwandlung zu Fett gespeichert werden. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel wieder auf das normale Niveau herab – das System ist im Gleichgewicht. Benötigt der Körper Energie, so wird diese durch die Ausschüttung des Hormons Glukagon aus der Bauchspeicheldrüse verfügbar gemacht, indem die angelegten Depots aufgebraucht werden.
Bei einer Überernährung mit einhergehendem Bewegungsmangel kommt es zur Adipositas und Insulinresistenz. Obwohl die Zellen gesättigt sind, werden weiterhin Kohlenhydrate aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel steigt wieder an und es muss ebenso weiterhin Insulin von der Bauchspeicheldrüse zur Senkung produziert werden. Da die Depots der Muskel-, Leber- und Fettzellen gefüllt sind, bleibt nur die Bildung neuer Fettdepots, um den Zucker zu verarbeiten – es kommt zum Übergewicht. Im weiteren Verlauf reicht die Insulinproduktion jedoch nicht mehr aus und der Blutzuckerspiegel bleibt trotz neu gebildeter Fettdepots erhöht. Vermutlich auch die im Fettgewebe gebildeten Stoffe fördern die Hemmung der Insulinaktivität an den Muskel- und Leberzellen. Da die Glukose durch die unzureichende Reaktion dieser Zellen auf das Insulin (“Insulinsresistenz”) nicht mehr in die Zellen eingebaut werden kann, kommt es zu einem dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel. Es entsteht Diabetes mellitus Typ II, der nicht mit Typ I (zu geringe Insulinproduktion) verwechselt werden darf.
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Martha am 16. Dezember 2009
Nicht nur ältere Pferde genießen gerade in den kalten Wintermonaten eine warme Mash-Fütterung. Auch bei jungen Pferden wirkt das diätische Futtermittel positiv auf den Verdauungsapparat und den Stoffwechsel – der gesamte Pferdeorganismus wird mit wertvollen, bekömmlichen Nährstoffen versorgt. Die Mash wird als fertige Mischung von vielen verschiedenen Herstellern angeboten, kann jedoch auch sehr einfach selbst zubereitet werden.
Rezept für 3250 g Mash:
1 kg Weizenkleie
1 kg gequetschter Hafer
0,5 kg Haferschrot
300 g abgekochter Leinsamen
300 g Maisflocken
50 g Jodsalz
100 g Mineralfutter
Bis auf das Jodsalz und das Mineralfutter werden die Zutaten gut vermischt und mit sehr heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser übergossen, bis alles gut bedeckt ist. Erst nach dem Abkühlen werden Jodsalz und Mineralfutter hinzugefügt, damit deren Vitamin- und Mineralstoffe nicht zerstört werden. Nach einer guten halben Stunde Quellen ist die Mash fertig und kann in lauwarmen Zustand (so mögen sie die Pferde am liebsten) verfüttert werden.
Wichtig: Verwendet man kein speziell für die Pferdfütterung zubereitetes Leinsamenprodukt, müssen die Leinsamen unbedingt vorher gekocht werden, um die giftigen Blausäurebestandteile zu elimineren!
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Martha am 28. Oktober 2009
Genau wie die regelmäßigen Impfungen sind entprechend wiederkehrende Entwurmungen ein absolutes Muss in der Pferdehaltung, um den Parasitenbefall einzudämmen. Wichtig dabei ist, dass alle Pferde, die gemeinsamen Weidegang haben, gleichzeitig entwurmt werden.
Es gibt verschiedene Rundwürmer (Nematoden), Bandwürmer (Cestoden) und Insekten (Dasseln), die Pferde befallen können:
- kleine und große Palisadenwürmer (Strongyliden)
- Spulwürmer (Askariden)
- Pfriemenschwänze (Oxyuris equi)
- Zwergfadenwürmer (Strongyloides westeri)
- Lungenwürmer (Dictyocaulus arnfieldi)
- Magenfadenwürmer (Trichostrongylus axei)
- Rollschwänze (Habronema muscae)
- Mikrofilarien (Onchocerca cervicalis)
- Bandwürmer (Anaplocephala perfoliata)
- Große Leberegel (Fasciola hepatica)
- Magendasseln (Gastrophilus)
Diese Parasiten können im Pferdorganismus großen Schaden anrichten. Die Symptome von starkem Wurmbefall äußern sich durch Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, Koliken und Durchfälle, Durchblutungsstörungen, Leberschäden, Atemschwierigkeiten, Schweifscheuern, stumpfes Haarkleid usw. Es sollte mindestens viermal im Jahr (März, Juni, September, Dezember) mit jährlich wechselnden Präparaten (Wirkstoffe: Benzimidazole, Pyrantel und Avermectine) abwechselnd geimpft werden (im Dezember immer Avermectine zwecks Magendasseln), um Resistenzen zu vermeiden.
Wichtig für eine strategisch wirksame Bekämpfung ist ein zusätzliches Stall- und Weidemanagement: regelmäßiges Misten der Boxen und Reinigung derselben mit dem Dampfstrahler sowie keine dauerhafte Nutzung der gleichen Weide (wenigstens 4 Monate Ruhe), trockene und nicht zu hoch besetzte Weiden, regelmäßiges Abäppeln (min. Abstand 3 Tage).
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