Hilfe, mein Fisch “schimmelt” – Maul- und Flossenfäule

Martha am 16. November 2009

Die Maul- und Flossenfäule (auch Columaris-Erkrankung oder “saddleback disease”) ist eine bakterielle Infektion der Haut und/oder der Kiemen. Sie wird im Süßwasser durch Flexibacter columnaris ausgelöst. Im Meerwasser ist das Bakterium Flexibacter maritimus als Verursacher dieser Krankheit bekannt. Meist werden geschwächte Tiere befallen und zeigen typische  Gewebezerstörungen v.a. an den Flossen, die ausfransen und oft weiße Ränder aufweisen. Läsionen treten weiterhin bevorzugt auf der Haut von Kopf und Rücken auf, die von einem grau-weißen Belag (“Schimmel”) überzogen werden, sich rasch ausweiten und bis tief in die Muskulatur reichende Geschwüre bilden. Auch die Kiemen werden befallen, was sich durch diffuse Schwellungen und reichlich orange-weiße Schleimbildung über dem nekrotischen Gewebe äußert. Grund für das Auftreten der Infektion ist hauptsächlich eine unzureichende Wasserpflege.

Die Behandlung der Maul- und Flossenfäule ist schwierig. Wichtigster Schritt dabei ist die Verbesserung der Wasserqualität. Die Anwendung von Antibiotika ist meist nur im Anfangsstadium erfolgreich und kann im späteren Verlauf der Krankheit sogar Verschlechterungen hervorrufen. Eine leichte Besserung durch die Entfernung des Schleims mit den darin enthaltenen Bakterien kann durch desinfizierende Bäder (mit Kaliumpermanganat oder Kochsalz) erzielt werden.

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Pferde richtig entwurmen

Martha am 28. Oktober 2009

Genau wie die regelmäßigen Impfungen sind entprechend wiederkehrende Entwurmungen ein absolutes Muss in der Pferdehaltung, um den Parasitenbefall einzudämmen. Wichtig dabei ist, dass alle Pferde, die gemeinsamen Weidegang haben, gleichzeitig entwurmt werden.

Es gibt verschiedene Rundwürmer (Nematoden), Bandwürmer (Cestoden) und Insekten (Dasseln), die Pferde befallen können:

  1. kleine und große Palisadenwürmer (Strongyliden)
  2. Spulwürmer (Askariden)
  3. Pfriemenschwänze (Oxyuris equi)
  4. Zwergfadenwürmer (Strongyloides westeri)
  5. Lungenwürmer (Dictyocaulus arnfieldi)
  6. Magenfadenwürmer (Trichostrongylus axei)
  7. Rollschwänze (Habronema muscae)
  8. Mikrofilarien (Onchocerca cervicalis)
  9. Bandwürmer (Anaplocephala perfoliata)
  10. Große Leberegel (Fasciola hepatica)
  11. Magendasseln (Gastrophilus)

Diese Parasiten können im Pferdorganismus großen Schaden anrichten. Die Symptome von starkem Wurmbefall äußern sich durch Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, Koliken und Durchfälle, Durchblutungsstörungen, Leberschäden, Atemschwierigkeiten, Schweifscheuern, stumpfes Haarkleid usw. Es sollte mindestens viermal im Jahr (März, Juni, September, Dezember) mit jährlich wechselnden Präparaten (Wirkstoffe: Benzimidazole, Pyrantel und Avermectine) abwechselnd geimpft werden (im Dezember immer Avermectine zwecks Magendasseln), um Resistenzen zu vermeiden.

Wichtig für eine strategisch wirksame Bekämpfung ist ein zusätzliches Stall- und Weidemanagement: regelmäßiges Misten der Boxen und Reinigung derselben mit dem Dampfstrahler sowie keine dauerhafte Nutzung der gleichen Weide (wenigstens 4 Monate Ruhe), trockene und nicht zu hoch besetzte Weiden, regelmäßiges Abäppeln (min. Abstand 3 Tage).

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Equines Cushing Syndrom – ECS

Martha am 20. Oktober 2009

Unvollständiger oder verzögerter Fellwechsel (Hirsutismus), “Hängebauch”, Muskelrückbildungen, Abmagerung trotz guter Futteraufnahme oder Futterverweigerung, Fettpolster v.a. an Hals oder Kruppe, großer Durst, vermehrtes Wasserlassen, Huflederhautentzündung oder Hufrehe, schnelles Schwitzen, Stoffwechsel- und Knochenprobleme usw. Das sind nur einige der vielen Symptome des ECS – auch Hyperadrenocortizismus genannt – das v.a. bei älteren Pferden vorkommt. Verursacht wird diese Krankheit durch ein Adenom (gutartiger Tumor) an der Pars intermedia der Adenohypophyse (Teil der Hirnanhangsdrüse) – als sekundärer Cushing bezeichnet. Seltener tritt der primäre Cushing (Adenom an der Nebennierenrinde) auf. In beiden Fällen kommt es zu einer Überfunktion der Nebennierenrinde und übermäßiger Cortisolausschüttung, die sich v.a. negativ auf den Stoffwechsel, das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System auswirkt und vielfältige Krankheiten nach sich zieht.

Die Adenohypophyse stimuliert über die Ausschüttung von ACTH (Adreno-Corticotropes-Hormon) die Bildung von Cortisol (= ein Glykocorticoid) in der Nebennierenrinde. Beim gesunden Tier erfolgt bei ausreichend hohem Cortisolgehalt im Blut über eine negative Rückkopplung eine Hemmung der ACTH-Ausschüttung aus der Adenohypophyse, so dass wiederum die Nebennierenrinde in ihrer Cortisolproduktion gehemmt wird usw. (Regelkreis). 
Bei der Hormonstörung ECS fehlt diese negative Rückkopplung. Hinzu kommt eine erhöhte ACTH-Produktion durch die Neoplasien der Adenohypophyse. Dadurch ist beim erkrankten Tier ein erhöhter ACTH-Spiegel im Blut nachweisbar. Der Cortisolgehalt hingegen kann “relativ” erhöht sein – Problem hier ist eher die Störung des täglichen Rhythmus der Cortisolsekretion (normaler Zyklus: Anstieg am Morgen und Abfall am Abend) – was bei der Blutabnahme berücksichtigt werden muss. Zur Abklärung der Diagnose werden unterschiedliche Tests herangezogen (z.B. ACTH-Stimulationstest, Dexamethason-Suppressionstest usw.).

Eine Theapie erfolgt meist mit Dopaminagonisten (die melanotropen und adenomatösen Zellen der Pars intermedia unterliegen einer dopaminergen Kontrolle) wie z.B. Pergolid, welche die ACTH-Sekretion vermindern. Je nach Stadium der Krankheit und Zeitpunkt des Therapiebeginns kommt es schon nach einigen Wochen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome. Die Medikamente müssen ein Leben lang verabreicht werden.

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